Die Idee hinter diesem Projekt war, eine Taschenlampe mit weißen Leuchtdioden in einen Magierstab zu integrieren, damit man für den einfachen Lichtzauber nicht immer auf eine outtime Taschenlampe zurückgreifen muss. Nach einigen Überlegungen bin ich zu dem Entschluss gekommen keine handelsübliche Taschenlampe zu verwenden, sondern die Dioden einzeln zu kaufen und nach meinen Vorstellungen am Stab anzubringen.
Hier kamen schon die ersten Hürden auf mich zu. Gut, Löten hatte ich schon mal gelernt, rechnen mit elektronischen Bauteilen hat man auch mal in der Schule/Ausbildung gemacht… aber ich wollte etwas Besonderes für meinen Stab. Auf den Stab sollte ein Drachenkopf mit leuchtenden Augen, die unabhängig von den restlichen Dioden leuchten. So entschied ich mich, an einer Stromquelle zwei separate Stromkreise anzuschließen, einen mit Tast-Schalter für die Augen und einen mit Kipp-Schalter für den Leuchtkranz. Im ersten Versuch lötete ich vor jede Diode einen Vorwiderstand, was in zweierlei Hinsicht nicht so gut war. Erstens ist es viel mehr Aufwand und zweitens muss der Widerstand für die Anzahl der Dioden genau stimmen, sonst leuchten sie nicht alle gleichmäßig und werden zudem noch „gestresst“, was die Lebensdauer beeinflusst.
Nachdem ich Google um Rat gefragt hatte, fand ich eine bessere Lösung für das Problem: Ein kleines Bauteil namens Konstantstromquelle für ein paar Cent. An dieses kleine Bauteil können beliebig viele Leds angeschlossen werden und die Lichtstärke bleibt dabei gleich.
Ich entschloss mich 12 weiße Dioden in den Kranz am oberen Ende des Stabs einzubauen und zwei ultraviolette Dioden für die Drachenaugen zu verwenden. Als Stromquelle verwende ich eine 9V Blockbatterie, die in den Stab eingebaut wird. Dies hat zwar den Nachteil, dass der Stab aufgeschnitten werden muss, um die Batterie zu wechseln, allerdings muss ich sagen, ich habe den Stab jetzt drei Jahre im Einsatz und musste die Batterie noch nie wechseln.
An die Stromquelle wird die Konstantstromquelle angeschlossen, davon gehen zwei Schleifen ab, eine für die 12 weißen Dioden und eine für die beiden anderen. Die Dioden sind alle parallel geschalten, damit sie auch noch weiterleuchten, wenn eine kaputt geht.
Beim Löten habe ich die Erfahrung gemacht, dass man für den Lötkolben doch ein wenig mehr Geld ausgeben sollte. Als meine alte Lötstation den Geist aufgab habe ich mir, mangels Budget, so ein Billigteil besorgt. Sehr schnell habe ich festgestellt, dass dieses Ding nur zum einbrennen von Mustern in Schaumstoff oder Holz taugt… und mir dann doch ein teureres Modell besorgt.
Soweit zur Technik. Den Stab baute ich aus einem PVC Kabelrohr und Rohrisolierung auf. Für normale LARP-Waffen ist dieser Aufbau nicht zu empfehlen, da ich aber nicht vorhabe mit dem Stab zu kämpfen (da mein Magiercharakter nicht vorhat jemals zu kämpfen) ist das so in Ordnung. Da ich gerade keinen normalen Waffenschaumstoff zur Hand hatte, habe ich eine Isomatte verwendet. Der Drachenkopf ist eine Eigenkreation aus Latex. Wie ich diesen gebaut habe, werde ich an anderer Stelle beschreiben. In aller Kürze: Der Drachenkopf ist eigentlich eine kleine Latexmaske, die ich mit „Zauberwatte“ ausgestopft habe.
Die beiden Schalter habe ich unter dem Schaumstoff versteckt. Dadurch können die Augen zum Leuchten gebracht werden ohne dass ein Beobachter eine Aktion bemerkt. Der Tast-Schalter ist genau da, wo bei normaler Haltung der Daumen liegt. So muss man den Stab nur etwas fester in die Hand nehmen und schon leuchten die Augen auf. Leider macht der Kippschalter beim Betätigen ein lautes „Klack“, so hat man wenigstens einen Grund seinen Zauberspruch für „Licht“ laut und deutlich zu sprechen.
Vor dem Latexen habe ich noch mit einem Lötkolben einige Runen in den Stab gebrannt. Meine Frau hat ihren Stab etwas aufwendiger gestaltet und mit einem scharfen Messer eine verwitterte Rinden-Optik geschnitzt. Das Latexen erfolgte mit einem Airbrush. Kleiner Tip für das Sprühen von Latex: Latex kann man mit Wasser verdünnen, dann kann man ihn wunderbar sprühen. Zum Färben habe ich Acrylfarbe verwendet, die ebenfalls wasserlöslich ist.
Meine Runen habe ich nach dem Trocknen mit einer nachtleuchtenenden Farbe umrandet. Die durch das Einbrennen entstandenen Vertiefungen habe ich mit Heißkleber aufgefüllt. Diese Technik erweckt den Anschein, als wäre der Stab mit Glas gefasst. Auch die weißen Dioden habe ich mit Heißkleber umrandet. Dadurch strahlen sie nicht mehr so sehr nur in eine Richtung sondern geben zusätzlich noch ein weiches Licht ab.
Zu guter letzt bekam der Stab noch eine Schicht Bootslack als Schutz. Der Bootslack wurde einfach mit einem Pinsel aufgetragen.
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Interessante Aufmachung!