Im Laufe der Jahre hat sich in unserem Fundus eine ganze Bibliothek an Schriftstücken, Schatzkarten und anderen Handouts gebildet. Alles Mögliche findet sich dabei. Von Ausdrucken auf weißem Papier, Handschriften auf Elefantenpapier, gealtertes weißes Papier und sogar einige Blätter selbstgeschöpftes Papier. So ein schön gestaltetes Handout macht gleich einiges her, ist ein guter Weg die Spieler zum Plot zu bringen, ist günstig herzustellen und kann darum auch als Andenken nach dem Abenteuer verschenkt werden. Anlass für mich genug etwas über das Altern von Papier zu schreiben.
Die meisten Methoden zum altern von Papier werden mit Haushaltsmitteln gemacht. Man kann Tee oder Kaffe verwenden, Milch und Zitronensaft geben auch schöne Effekte. Die Vorgehensweise ist bei all diesen Komponenten gleich. Man Pinselt das Papier damit ein und trocknet es dann mit einem Bügeleisen oder Föhn. Beim Trocknen kann man Unregelmäßigkeiten in das Papier bringen, je nachdem wie lange man mit dem Bügeleisen über der gleichen Stelle bleibt. Grade bei der Verwendung von Milch eignet sich diese Methode gut.
Verwendet man Kaffee, dann eignen sich Espresso Pulver oder Instant Kaffee sehr gut. Dazu einfach das Papier mit Wasser anfeuchten und dann das Pulver drüberstreuen und mit einer Rolle verteilen.
Man sollte jeder der Methoden mehrmals hintereinander anwenden um eine schöne Färbung zu erreichen. Das kann zwar etwas dauern, das Ergebnis ist aber die Zeit wert. Zwischen den einzelnen Schritten kann man das Papier immer wieder zusammenknüllen und neu Ausbreiten. Dadurch fühlt es sich nach ein paar Durchgängen mit dem Bügeleisen nicht mehr so nach Papier an.
Auf LarpWiki habe ich gelesen, dass man dem Papier mit ganz normalem Eiweiß ein pergamentartiges Finish geben kann, indem man das Papier einfach nur dünn mit Eiweiß einpinselt. Angeblich wird das weder ranzig noch faulig. Selber hab ich das noch nicht versucht, ist aber mal ein Experiment wert.
Abschließend kann man mit einem Naturschwamm und Tusche noch vorsichtig eine Struktur auf das Papier tupfen. Dabei kann man entweder verdünnte schwarze Tusche verwenden, oder sepia farbene Tusche. Ganz nach Belieben kann man auch noch Tintenkleckse hinzufügen, oder Fettflecken mit einem Tropfen Olivenöl machen.
Die Standardmethode um die Ränder des Dokuments zu bearbeiten ist das anbrennen mit einem Feuerzeug oder einer Kerze. Damit es nicht passiert, dass man eine wichtige Textpassage ausversehen wegbrennt gibt es einen kleinen Tipp von mir. Vor dem anbrennen zeichnet man mit einem Pinsel und einfachem Wasser die Kontur vor, die man später haben möchte. Solange das Papier feucht ist, erlischt die Flamme wenn sie an die feuchte Stelle kommt (Außer man brennt das Papier zu großflächig ab, dann nutzt diese Technik nix).
Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen und Experimentieren und zu Schluss habe ich noch einen Link zu einer Anleitung, wie man Papier selber Schöpfen kann.
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