Neben Narben und Gewandung gibt es auch noch einen anderen Weg den Charakter zu individualisieren: Mit einer Tätowierung. Das Problem ist nur, dass ein echtes Tattoo nun mal permanent ist und man ein Leben lang was davon hat. Ich hab auch seit 11 Jahren eine Tätowierung, die aber zu mir und nicht zu meinem Charakter gehört. Gottseidank gibt es Wege, ein Tattoo realistisch zu schminken und genau dazu möchte ich in diesem Beitrag eingehen.
Eins noch Vorneweg: Sogenannte Bio-Tattoos oder Temptoos gibt es nicht. Ist alles nur Geschäftemacherei.
Nun aber zu den verschiedenen Möglichkeiten. Zum einen wären da die Folien zum Aufkleben. Dazu muss ich sagen, dass es hier auch sehr gute Produkte gibt, die richtig echt aussehen. Die haben natürlich auch ihren Preis. Wenn man ein Motiv gefunden hat, dass einem gefällt, ist das bestimmt die einfachste und schnellste Möglichkeit ein Fake-Tattoo zu machen. Wenn man ein eigenes Design haben will, dann gibt es auch noch Folien für den Tintenstrahldrucker. Ich habe die Folien zwar bei mir herumliegen, aber keinen funktionierenden Tintenstrahler. Wenn jemand Erfahrungen mit diesen Folien hat, wäre ich über ein kurzes Feedback sehr dankbar.
Dann gibt’s natürlich noch den Weg sich das Motiv einfach mit Filzstift und Textmarker auf die Haut zu malen. Dazu hab ich auch ein kleines Video gefunden und war vom Ergebnis sehr überrascht. Allerdings habe ich zum Video einige Verbesserungsvorschläge. Zuerst sollte man die Stelle mit Alkohol reinigen, dann hält die Farbe besser. Wenn man im Freihandzeichnen nicht so gut ist, kann man es auch so machen, wie der Profi: Man besorgt sich das Motiv seiner Wahl auf einem Blatt Papier und paust es mit einem Filzstift auf Butterbrot-Papier durch. Dann schmiert man die gewünschte Stelle mit etwas Duschgel ein und legt das Butterbrotpapier drauf. Dadurch werden die Linien auf die Haut übertragen. Den Rest vom Duschgel kann man dann vorsichtig wegtupfen und mit dem Ausfüllen der Fläche beginnen. Abschließend sollte man das Ganze noch mit Fixierspray überdecken, damit es nicht gleich wieder verwischt.
Für Seebären gibt es neuerdings bedruckte Ärmel, die man sich überziehen kann, ähnlich wie Nylonstrümpfe. Die
Tattoo Ärmel Deluxe
zum Beispiel gibt es für 7.99 Euro. Ist natürlich ganz praktisch, wenn man sich die Tätowierung einfach nur überziehen braucht.
(Danke an Belcar für den Hinweis)
Die Königsdisziplin ist meiner Meinung nach, die Lösung mit einer selbstklebenden Schablone. Auch hier gibt es Vorlagen zu kaufen, man kann aber auch das gewünschte Motiv auf eine herkömmliche Airbrush-Folie übertragen und dann mit einem Skalpell ausschneiden. Zum kolorieren gibt es drei Möglichkeiten. Entweder man nimmt einfache Wasserschminke und tupft die Farbe mit einem Schminkschwamm auf die Haut. Dann gibt es spezielle Tattoo-Farbe, die in einer Flasche mit integriertem Tupfer geliefert wird. Und dann natürlich noch spezielle Airbrush-Tattoo-Farbe. Auch hier sollte man nach dem Auftragen der Farbe noch einmal mit Fixierspray drüber gehen.
Viel Spaß beim Nachmachen!
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Auf der Spielemesse letztes Jahr ist mir noch eine weitere Alternative untergekommen, die allerdings in den Einsatzmöglichkeiten etwas begrenzt ist (vorgegebenes, großflächiges Motiv, Festlegung auf den Arm). Dort stellte eine Firma aus, die Tattoo-Stulpen verkaufte, quasi “Nylonstrümpfe” mit Aufdruck. Für LARPs zumindest in modernen Settings könnte das auch etwas sein.
Stimmt, die hatte ich ganz vergessen. Werd den Artikel gleich nochmal aktualisieren. Danke.
Sieht ziemlich echt aus . Danke für den Beitrag.
Gruß Conny