Ein friedlicher Wald. Die zartgrünen Frühlingsblätter an den silbrigen Buchen halten einen großen Teil des Sonnenlichtes zurück, so dass die warmen Strahlen vereinzelt durch die Zweige scheinen und goldene Muster auf den mit Buschwindröschen übersäten Waldboden malen. Die Stille wird nur von dem leisen Surren der ersten Bienen und einem kleinen Vogel, der seine Freude über diesen wundervollen Tag, in die Welt singt.
Der kurze Regenschauer von letzer Nacht ist längst vorrüber und nur noch ein paar kleine Pfützen erinnern noch daran.
Doch plötzlich – ein entferntes Krachen, als ob etwas mit brachialer Gewalt durch das Gebüsch brechen würde. Dann wieder Stille. Perfekte Stille dieses Mal, denn der kleine Vogel schweigt voller Angst und auch die surrenden Bienen suchen ihr Heil in der Flucht oder stellen sich schlichtwegs tot.
Du greifst nach deiner Waffe. Schon nach wenigen Herzschlägen ist der mit Leder umwickelte Griff deines Schwertes schweißnass. Die Ruhe ist fast bedrohlicher, als das Knacken und Krachen. Beinahe unbewusst suchst du einen sicheren Stand, hebst deinen Schild ein wenig und blickst dich misstrauisch um.
Nach einer Weile wagt der kleine Vogel wieder ein paar Töne. Lange nicht so jubilierend wie zuvor und abgehackt, als würde er immer wieder inne halten, um zu lauschen. Noch immer schlägt dein Herz voller Anspannung. Nicht sonderlich schnell, aber so laut, dass es in deinen Ohren wie der Trommelschlag einer Sklavengaleere klingt.
Seltsam, du müsstest doch eigentlich ruhiger werden, statt dessen aber werden die leisen Trommelschläge immer lauter. Der Gesang des kleinen Vogels hat sich geändert. Schrille, panische Töne, die fast die Trommel deines Herzens übertönen. Halt! Das sind keine Trommelschläge, das sind Schritte! Mit wachsender Panik blickst du dich um. Die Oberfläche der Pfützen beginnt sich zu kräuseln und schlägt Wellen im Takt der näher kommenden Schritte.
Es ist zu spät, um jetzt noch nach einem Versteck zu suchen. Zu spät, um jetzt noch zu fliehen. Die Konfrontation mit diesem Wesen lässt sich nicht mehr vermeiden.
Da plötzlich bricht ES unmittelbar vor die aus dem Wald und bleibt auf dem Weg stehen.
Dünne, blonde Strähnen kleben verschwitzt an einem hochroten Kopf, die spühlwasserfarbenen Augen scheinen fast aus ihren Höhlen zu quillen und ein unförmiges Maul schnappt keuchend nach Luft. Es röchelt, stützt sich auf einen Bogen, der unter dem Gewicht zu zerbrechen droht und tastet mit unkoodinierten Bewegungen nach einer Tasche, die es sich umgehängt hat.
Während dein Blick der taschtenden Hand folgt verspürst du eine leichte Übelkeit. O ihr Götter! Wie konnte es gelingen, diesen gewaltigen Körper in ein Mieder zu zwängen? Das Wesen hat offensichtlich in der Tasche gefunden, nachdem es gesucht hat, und zieht eine Schachtel Kippen hervor.
“Ich grüße euch, edler Recke”, quäkt es und zieht an der Zigarette, als ob sein Leben davon abhängen würde. “Ich bin Arowen Sternenglanz.”
Nachdem du sie immer noch perplex anstarrst, fügt sie nach einer Weile hilfreich hinzu: “Vom Stamm der Waldelfen…” Und während du noch mit hysterischen Lachen kämpfst, das unaufhaltsam in dir hochzublubbern beginnt, spricht sie weiter. “Könnt ihr mir helfen? Ich habe mich im Wald verlaufen….”
So gerne ich jetzt schreiben möchte, dass diese Geschichte natürlich grenzenlos übertrieben ist, muss ich mich doch leider an die Wahrheit halten und gestehen, dass das hier weder erfunden noch ein Einzelfall ist.
Leider ist es bei der Darstellung einer Elfe mit schauspielerischer Höchstleistung noch lange nicht getan. Und auch wenn wir uns alle, was unser schauspielerisches Talent angeht, zielsicher als das einschätzen können, was wir sind – nämlich begnadete Künstler – sind wir leider oft mit Blindheit geschlagen oder haben noch nie im Leben in einen Spiegel (oder auf eine Wage) geblickt.
Natürlich gibt es auch in jeder anderen Rasse augenkrebserzeugende Irrläufer, aber nirgends sind sie so dicht gestreut wie in der Elfenpopulation. Aber lassen wir einmal die äußerlichen Hindernisse bei Seite.
Elfen verfügen in der Regel über ein langes Leben (diverse Begegnungen mit Spitzohrenjäger im Allgemeinen und Zwergen im Besonderen einmal ausgeschlossen) und damit auch über eine gewisse… Lebenserfahrung. Eine Lebenserfahrung, die der von uns Normalsterblichen natürlich haushoch überlegen ist. Hat man jetzt also die rein äußerlichen Hindernisse überwunden, so scheitern die meisten leider an der Darstellung.
Denn auch wenn die weitläufige Meinung anders zu sein scheint: Weisheit lässt sich nicht durch Arroganz erzetzen.
Aber ich muss gestehen, ich habe selbst keine spitzen Ohren. Für meinen sehr menschlichen Verstand wird es also für alle Zeit unbegreiflich bleiben, warum die Elfenspieler es vorziehen, das letzte bisschen Glaube an die elfische Rasse mit nervtötenden Diskussionen auszurotten, anstatt mit schöner Darstellung und gutem Spiel uns eines Besseren zu belehren.
So traurig es ist, aber wem wundert es noch, dass das schöne und edle Volk der Elfen einen so schlechten Ruf hat? Schließlich wird jeder von uns, sobald er auf Con geht, von einem Rudel Kubikelfen wortwörtlich überrollt, wir müssen uns dann von einem Spitzohr mit dem Wortschatz eines 2-Jährigen von oben herab behandeln lassen. Wenn wir dann aber endlich auf einen “echten” Elfen treffen, sind spitze Ohren bereits zu einem roten Tuch für uns geworden.
Darum bitte ich euch, o ihr schönen Elfen, ihr edlen Elben, habt Geduld mit uns Menschen. Unsere Lebensspanne ist für euch nur ein Atemzug, aus eigener Kraft können wir eure Weisheit nicht verstehen und sind blind für das, was ihr sehen könnt. Lehrt es uns, lasst uns die Schönheit, die Eleganz der Elben sehen, helft uns, wieder daran zu glauben.
Erweckt euer Volk wieder zum Leben!
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hihi… kathi.. ich lieeeeeeebe deinen sarkasmus…. deinen.. herrlich schwarzen humor… deine tiefschwarze seele….
*seufz*
^^
Das ist kein Sarkassmus, sondern bittere Wahrheit.
(aber schön, dass dir die schwarze Seele aufgefallen ist *freu*)